Tag 3 – Anarchist Prisoner Solidarity Week

Die Anarchistin Emma Goldman schreibt 1911 einen Text über Gefägnisse mit dem Titel „Inbegriff gesellschaftlichen Verbrechens und Versagens“. Sie selbst landete wegen ihrer politischen Betätigung mehrmals im Knast. Auch wenn die modernen Gefägnisse hierzulande ein vergleichsweise nettes Bild hergeben, als das vor 100 Jahren in Amerika der Fall war, so beschreibt auch sie diesselben Phänomene, wie Arbeitszwang und Ausbeutung, Zerstörung der Individuuen und Rückfälligkeit, die auch heute noch das Gefägnis zu einer verachtenswerten Instituution machen.

https://anarchistischebibliothek.org/…/emma-goldman-gefangn…

 

anarchistischebibliothek.org

Tag 2 – Anarchist Prisoner Solidarity Week

Gefangene in Deutschland müssen in den meistens Gefägnissen arbeiten, sonst werden sie sanktioniert. Gleichzeitig werden die Gefangenen richtig mies bezahlt, der gesetzliche Mindestlohn existiert nicht, und Firmen und Gefängnisse machen daraus ein lukratives Geschäft. Dagegen und für die Rechte der Gefangenen arbeitet die Gefangenen-Gewerkschaft / Bundesweite Organisation (GG/BO). www.ggbo.de

Hier ein Video der Piratenpartei mit André Borris Moussa Schmitz, den Sprecher der GG/BO in der JVA Willich über Arbeitsbedingungen und Mindestlohn im Knast.
https://youtu.be/3e27vrPiaVQ

Tag 1 – Anarchist Prisoner Solidarity Week

Der ehemalige Gefägnisdirektor Thomas Galli sagt „Schafft die Knäste ab“. Warum und wieso, erklärt er in diesem Interview.

https://www.hr1.de/…/thomas-galli-gefaengnisse-schaden-uns-…

Der Ex-JVA-Gefängnisdirektor Thomas Galli ist heute ein großer Kritiker des Strafvollzugs in Deutschland. Der Jurist erklärt, warum Knast keine Lösung ist.

Berufungsprozess wegen Aktionen gegen Atomwaffenstandort Büchel (Eifel)

„Am Mittwoch, 4.2.2020, um 12 Uhr Mahnwache vor dem Landgericht, Karmeliterstraße 14 / 56068 Koblenz. Ab 13 Uhr im Sitzungssaal 48 im EG, Berufungsprozess gegen fünf ältere Aktivst*innen.

Zur Erinnerung: Am 23. Juli 2018 betraten 9 Aktivistinnen und Aktivisten die Landebahn auf dem Atomwaffenstandort Büchel und haben mit Musizieren und Blumen sähen  den völkerrechtswidrigen alltäglichen Übungsbetrieb der deutschen Luftwaffe, nämlich den Atombombenabwurf vorzubereiten, unterbrochen. Dafür wurden 5, vornehmlich ältere Personen noch im gleichen Jahr vom Amtsgericht Cochem zu je 30 Tagessätzen, in einem Fall zu 60 Tagessätze wegen Hausfriedensbruch verurteilt. Alle 5 sind gegen dieses Urteil in Berufung gegangen und stehen nun erneut am 4.2.2020 vor Gericht. Sie werden erneut die nicht akzeptabelen Gefahren eines  Atomkrieges  zur Sprache bringen und mit der Pflicht zur Gegenwehr (laut Artikel 25 GG) argumentieren. Notwehr und rechtfertigender Notstand waren die Grundlage für ihr Handeln., den sie als Zivilen Ungehorsam verteidigen. Diese neue Prozessgruppe, die sich Widerständige Alte nennt, knüpfen an die bisherigen Prozesse der Prozesskampagne Widerspruch an und möchte, wenn es notwendig wird, auch bis zum Bundesverfassungsgericht gehen. Die Angeklagten freuen sich über solidarische Unterstützung in und um den Prozess herum. Näheres wird noch bekannt gegeben. Kommt alle am 4.2.2020 ins Landgericht in Koblenz!“

Text von https://buechel-atombombenfrei.jimdofree.com

Außerdem der passende Veranstaltungshinweis:
Dienstag, 3.2.2020 um 19.30 Uhr Einladung zum Vortrag: „Atomkrieg aus Versehen“ mit Prof. Dr. Karl Hans Bläsius, in der Löhrrondell 1A, 56068 Koblenz.

Prozess in Frankreich fällt wegen Streik der Anwältis aus !

Ursprünglich stand für diesen Freitag ein Prozess in Nantes (Frankreich) an, aber dieser wurde abgesagt, weil zur Zeit neben vielen weiteren Berufsgruppen auch (in Deutschland leider fast undenkbar) die Anwältis streiken.

Worum gehts: Vor ungefähr eineinhalb Jahren wurde ein Koblenzer Aktivist in der ZAD Notre-Dame-des-Landes (Frankreich) festgenommen und war 45 Stunden in Polizeigewahrsam. Vorgeworfen wird ihm Teilnahme an einer Zusammenrottung ohne Waffen (ähnlich der Teilnahme an einer aufgelösten Versammlung im deutschen Recht) und Verstoß gegen das Waffengesetz.

Es gab direkt nach der Entlassung aus dem Polizeigewahrsam Kontakt mit den örtlichen Rechtshilfestrukturen und es wurde ein Anwalt vermittelt.

Daraufhin passierte lange Zeit nichts, außer vergebliche Versuche an die Akte des Vorfalls heranzukommen. Dies dauerte über ein Jahr und sorgte bereits für eine Verschiebung des Gerichtstermins. Wir übersetzten die Akte mittels vieler freundlicher Helfer*innen und bereiteten uns auf den Prozess vor, doch kaum waren wir diese Woche mit einer kleinen Gruppe in Nantes angekommen, erhielten wir die Nachricht, dass sich die Anwältis im Streik befänden. Zwar befürworten wir immer die Selbstverteidigung vor Gericht, allerdings befürworten wir auch immer die intelligente, kreative und offensive Vorgehensweise. In diesem Fall müssen wir leider sagen, dass unsere Kenntnisse des französischen Rechtssystems zwar schon ganz okay sind, aber noch (!) nicht ausreichend um selbstsicher in einen Prozess zu gehen. Dafür nutzen wir hier die Woche um uns mit Aktivistis zu vernetzen, mit dem Legal Team von la Zad zu treffen als auch mit dem Anwalt über die Akte und weitere Vorgehensweise zu sprechen. Nebenbei konnten einige von uns auf der heutigen Demonstration ihre ersten Tränengasgranaten zurücktreten.

 

 

 

 

 

(Auf dem Foto ist das Gerichtsgebäude in Nantes zu sehen)

Spenden – Wohin und Wozu

Ab sofort ist es möglich unsere Arbeit mit Spenden zu unterstützen.

Ja, wozu brauchen die Geld werdet ihr Fragen, die machen ja alles ohne Anwältis. Und es ist auch richtig, wir brauchen kaum Geld für unsere Arbeit. Aber trotzdem fallen Kosten an, z.B. für Kopierkosten von Akten, Fahrtkosten (wenn wir mal einen Prozess weiter weg supporten oooder Leute hier in Koblenz, die von weiter weg kommen) oder auch für das Organisieren von Trainings und Vorträgen. Auch wären wir dann eher mal in der Lage, ein paar Tagessätze zu bezahlen und Gefangene besser zu unterstützen.

Noch wichtiger bleibt natürlich, sich selbst Wissen und Fähigkeiten anzueignen um Justiz und Polizei die Stirn bieten zu können.

Spenden&Aktionen
IBAN DE29 5139 0000 0092 8818 06
BIC VBMHDE5F
Stichwort: Antirep Ko
-> wichtig, wenn ihr wollt, dass das Geld bei uns landet 🙂

Burkini-Verbot aufgehoben – Begründung

Zur aktuellen Diskussion, hier die Begründung des OVG Koblenz:

Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz, Beschluss vom 12.06.2019
– 10 B 10515/19.OVG –

Burkini-Verbot in Badeordnung der Stadt Koblenz verstößt gegen Gleich­behandlungs­gebot

Regelung bis zur Entscheidung über Normen­kontrollantrag in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt

Die am 1. Januar 2019 in Kraft getretene Regelung der Haus- und Badeordnung für die Bäder der Stadt Koblenz über die zulässige Badekleidung, die ein grundsätzliches Verbot des Tragens von Burkinis enthält, verstößt gegen das verfassungs­rechtliche Gleich­behandlungs­gebot. Dies entschied das Ober­verwaltungs­gericht Rheinland-Pfalz in Koblenz in einem Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes (sogenanntes Eilverfahren), weshalb es diese Regelung einstweilen bis zur Entscheidung über den Normen­kontrollantrag in der Hauptsache außer Vollzug setzte. Zugleich regte es bei der Stadt Koblenz an, das angegriffene Burkini-Verbot aufzuheben.

Dem Verfahren lag folgender Sachverhalt zugrunde: Die Regelung der Haus- und Badeordnung für die Bäder der Stadt Koblenz enthält seit dem 1. Januar 2019 eine Regelung über die zulässige Badekleidung, wonach der Aufenthalt im Nassbereich nur in Bade­hose, Badeanzug, Bikini oder Badeshorts gestattet ist. Neoprenanzüge sind für Leistungsschwimmer und Triathleten im Rahmen des Schwimmtrainings zugelassen. Im Rahmen des Schulschwimmens wird das Tragen eines Burkinis erlaubt.

Antragstellerin fühlt sich in Grundrechten der Glaubensfreiheit und allgemeinen Handlungsfreiheit verletzt

Die Antragstellerin, eine syrische Asylbewerberin, machte mit ihrem gegen diese Regelung gestellten Normenkontrollantrag geltend, dass sie eine gläubige Muslimin sei und an einer Rückenkrankheit leide, aufgrund derer der Besuch eines Schwimmbades dringend erforderlich sei, um ihre Schmerzen zu lindern, wie ihr ärztlich bescheinigt worden sei. Aufgrund ihres Glaubens könne sie nur in einem sogenannten Burkini schwimmen gehen, der bis auf das Gesicht, die Hände und Füße den gesamten Körper bedecke. Die Regelung der Haus- und Badeordnung verletze sie durch den Ausschluss des Tragens eines Burkinis in ihren Grundrechten der Glaubensfreiheit sowie der allgemeinen Handlungsfreiheit und verstoße auch gegen den verfassungsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz.

OVG: Regelung verstößt gegen verfassungsrechtliches Gleichbehandlungsgebot

Ihrem damit verbundenen Eilantrag, im Wege einer einstweiligen Anordnung die Regelung der Haus- und Badeordnung über die zulässige Badekleidung bis zu einer Entscheidung über den Normenkontrollantrag außer Kraft zu setzen, gab das Oberverwaltungsgericht statt. Die Regelung in der Koblenzer Badeordnung über die zulässige Badekleidung verstoße gegen das verfassungsrechtliche Gleichbehandlungsgebot. Der Stadtrat habe das in der Regelung enthaltene Burkini-Verbot letztlich damit begründet, dass bei vollständiger Bekleidung der Badegäste die Kontrolle, ob diese unter anstoßerregenden Krankheiten, meldepflichtigen Krankheiten im Sinne des Bundesseuchengesetzes, offenen Wunden oder Hautausschlägen litten, unmöglich sei. Die Regelung diene zwar dem Schutz der Badegäste vor Gesundheitsgefahren durch die Ermöglichung der Kontrolle unbedeckter Körperteile. Dieser Zweck werde von der Bestimmung aber nicht konsequent durchgehalten. Vielmehr belaste sie die Trägerinnen von Burkinis ohne zureichende sachliche Gründe stärker als vergleichbare andere Gruppen von Badegästen, welche die städtischen Schwimmbäder mit Badebekleidung nutzen dürften, die den Körper ebenfalls weitgehend bedecke.

Zulässigkeit von Neoprenanzügen für Leistungsschwimmer und Triathleten und Verbot für Burkinis nicht ausreichend begründet

Dabei könne offenbleiben, ob plausible Gründe dafür bestünden, die Trägerinnen von Burkinis anders zu behandeln als die Trägerinnen von Badeanzügen, die – je nach Schnitt – wesentlich größere Teile des Körpers bedeckten als Bikinis. Jedenfalls sei eine ausreichende sachliche Rechtfertigung dafür, dass die angegriffene Vorschrift Neoprenanzüge für Leistungsschwimmer und Triathleten im Rahmen des Schwimmtrainings zulasse, im Hinblick auf das den Gesundheitsschutz der Badegäste verfolgende Regelungskonzept der Antragsgegnerin nicht erkennbar. Neoprenanzüge könnten ebenso wie Burkinis den ganzen Körper bedecken und hätten unter Umständen auch eine Kopfhaube, sie ließen daher zur Kontrolle durch das Badepersonal nicht weniger Körperteile frei als Burkinis. Dass Neoprenanzüge nur während des Schwimmtrainings zugelassen seien, ändere daran nichts. Dadurch dürfte zwar die Zahl der Badegäste, die in einem solchen schwimmen, und folglich auch die von ihnen ausgehenden potentiellen Gesundheitsgefahren, eher gering sein. Dies gelte aber in gleicher Weise für die Trägerinnen von Burkinis, weil nach den Angaben der Stadt Koblenz die städtischen Schwimmbäder zur Zeit von nur fünf Burkini-Trägerinnen besucht würden. Im Übrigen bleibe auch unklar, warum der Schutz vor Gesundheitsgefahren nachrangig sei, wenn der Burkini im Rahmen des Schulschwimmens getragen werde. Eine wirksame Kontrolle durch das Lehrpersonal erscheine lebensfremd.

Ungleiche Behandlung sachlich nicht gerechtfertigt

Da nach alledem die ungleiche Behandlung von Burkini-Trägerinnen einerseits und Trägerinnen und Trägern von Neoprenanzügen andererseits nach dem Regelungsprogramm der Antragsgegnerin sachlich nicht gerechtfertigt sei und gegen den verfassungsrechtlichen Anspruch der Antragstellerin auf Gleichbehandlung verstoße, bedürfe es keiner Prüfung, ob die Regelung mit der verfassungsrechtlich geschützten allgemeinen Handlungsfreiheit und der Glaubensfreiheit in Einklang stehe.

https://www.kostenlose-urteile.de/OVG-Rheinland-Pfalz_10-B-1051519OVG_Burkini-Verbot-in-Badeordnung-der-Stadt-Koblenz-verstoesst-gegen-Gleichbehandlungsgebot.news27520.htm

Farbbeutelprozess Koblenz – Tag 1

– Farbbeutelparty vor Gericht – Joachim Paul zum ersten Mal in einem Gerichtssaal – Polizeieinsatz und Schikanen –

Vergangene Woche begann der Prozess gegen einen Aktivisti von Refugees Solidarity Koblenz. Bei gutem Wetter versammelten sich einige Unterstützer*innen vor dem Gericht um sich von dort bis in den Prozesssaal durch drei Kontrollhürden zu kämpfen. Level 1 bestand aus dem vorzeigen der Personalien, Metalldetektor und Taschenkontrolle. Diese werden zur Zeit immer durchgeführt, da irgendwer mit Pfefferspray o.ä. im Gericht herum gesprüht haben soll. Wer allerdings in Anzug erscheint und Mitglied der AfD ist, dem bleibt Level 1 erspart. Rechte und Waffen sind ja auch ein wirklich zwei Welten. Während die ersten sich in Richtung nächste Kontrolle vor dem Gerichtssaal aufmachten, tauchte die Polizei auf. Mit Blaulicht kamen diese, weil es eine kleine Party mit Farbbeutel vor dem Gericht gab. Außerdem stand vor dem Gericht mit Kreide geschrieben „Karl Ludwig Sand = Arschloch“. Wegen Verdachts der Beleidigung und Sachbeschädigung wurden also alle Personen im Gericht zusammengesucht die irgendwie ein wenig alternativ aussahen. Dies geschah per Befehl und Schubsen, damit die Polizei dann dort direkt nochmal Gewalt androhen konnte, für alle die ihre Personalien nicht noch ein zweites Mal herausgeben wollten. Nach Kontrolllevel 2 ging es wieder zu dem Gerichtssaal und zu Level 3, wo ein zweites Mal ein Metalldetektor aufgebaut war und diesmal einfach alles einbehalten wurde (Taschen, Handy, Zettel, Stift, Tempos …). Klamotten waren mit „Alles ablegen“ allerdings nicht gemeint, wie einer fast schon entkleideten Person erklärt wurde. Auf Nachfrage verneinte der vorsitzenden Richter Graf zudem, dass der Öffentlichkeit Stifte und Zettel verboten seien, weshalb sich einige Besucher*innen diese dann wieder holten.

Nach diesen Schikanen fing der Prozess mit entsprechender Verspätung an. Anträge zur Benutzung von Laptops wurden genehmigt. Danach sorgte der Zeuge Joachim Paul von der Koblenzer AfD noch für allgemeine Heiterkeit. Es schien sein erstes Mal vor Gericht zu sein und war mit den Abläufen nicht vertraut. Während Richter Graf ihn belehrte, wollte er sich zuerst setzen, dann aber wieder raus gehen und schien nicht richtig zuzuhören, was für einige Lacher im Publikum sorgte. Da freuen wir uns schon auf die Befragung. Nach Verlesen des Strafbefehls wurden 2 Anträge auf Wahlverteidigung gestellt. Die dort beantragten sollen noch Post bekommen um ihre Sachkunde nachzuweisen und damit war es das auch schon.

Weiter geht es am Mittwoch, den 03.07.19 – 9:00 Uhr.

Abschließend noch ein paar Worte des Angeklagten: „Ich bedanke mich persönlich bei all den schönen Menschen, die mich nicht alleine lassen, wenn die Repression zuschlägt. Schulter an Schulter gegen Rechtsruck und Repression!“

Tatwaffe Schlafsack – Bericht Prozess Sinzig vom 06.06.19

Am 06.06.19 ging der Prozess wegen angeblicher dreifacher ACAB- Beleidigung und Sachbeschädigung in Sinzig weiter. Nachdem das Gericht gegen Ende letzten Jahres völlig frei drehte (Einschüchterungen – Drohungen –  einminütige Prozesse, die direkt wieder vertagt wurden, um das Arbeitsverhältnis des Angeklagten zu belasten – uvm.) gab es als Antwort eine Flut Anträge, u.a. Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Staatsanwaltschaft und Befangenheitsanträge gegen den damaligen Richter. Danach war erst mal Funkstille.

Jetzt ging es mit neuer Besetzung weiter, wobei die alten Vorgaben für die Einlasskontrolle beibehalten worden sind. Dies sorgte nicht nur dafür, dass der Prozess verspätet begann, auch wenn zu dem Zeitpunkt noch lange nicht alle Besucher*innen im Gebäude waren, sondern auch für einige Zwischenfälle. So wurden Besucher*innen seitens der Justizwachtmeister angepöbelt und als Höhepunkt warf Herr Lehmann einer Person einen Schlafsack mit Wucht ins Gesicht und verwies sie des Hauses. Als die Person sich nach dem*der Dienstvorsitzenden erkundigen wollte, wurde sie weiter attackiert und mit Schmerzgriffen vor dem Gebäude zu Boden gebracht. Im zwischenzeitlich begonnen Prozess wurde zuerst der Stand des bisherigen Verfahrens erläutert. Es gab eine kurze Pause, damit der Angeklagte sich seine Gesetzesbücher holen konnte, welche bei der Eingangskontrolle einbehalten worden waren. Sonst gab es das übliche Geplänkel mit ein wenig autoritärem Gehabe. So ermahnt der Richter den Angeklagten, dass ihm das Wort nicht erteilt wurde, während die Staatsanwaltschaft natürlich reden durfte wann sie will. Viel passiert ist allerdings nicht. Im Kern wurden beantragte Verteidigis abgelehnt und dagegen Beschwerde eingelegt. Über die Beschwerden wird jetzt das Landgericht entscheiden, was erfahrungsgemäß einige Zeit dauert. Wir rechnen damit, dass der Prozess in ein paar Monaten weitergeht.